T-mobile und starlink: unerwartete allianz gegen mvno-spekulationen

T-Mobile scheint eine überraschende Strategie zu verfolgen: Anstelle einer Partnerschaft mit SpaceX für ein mobiles virtuelles Netzbetrieb (MVNO) setzt das Unternehmen auf eine Kooperation mit Starlink. Ein Umdenken, das Analysten und Branchenkenner verblüfft.

Starlink als backup – gopalan stoppt mvno-pläne

Nur vor einem Monat hatte T-Mobile CEO Srini Gopalan die Idee einer Zusammenarbeit mit SpaceX für ein MVNO kategorisch abgelehnt. Die Gründe dafür waren, dass T-Mobile nur dann bereit ist, in ein solches Projekt einzusteigen, wenn ein messbarer Marktanteilsgewinn zu erwarten ist. Nun scheint sich die Strategie geändert zu haben – und zwar mit dramatischen Konsequenzen.

Die Gerüchte um eine T-Mobile-Starlink-MVNO hatten bereits auf der Morgan Stanley Technology, Media and Telecom Conference im März das Licht der Öffentlichkeit erblickt. Gopalan begründete damals, dass T-Mobile nur in Betracht ziehe, mit einem MVNO zusammenzuarbeiten, wenn ein klarer Vorteil in Bezug auf den Marktanteil erkennbar sei. T-Mobile hatte die Möglichkeit zweimal abgelehnt.

Doch die Entwicklung der letzten Woche ist deutlich. Analysten wie Walter Piecyk von LightShed Partners drängen weiterhin auf die Idee einer T-Mobile-Starlink-MVNO. Der Anlass: T-Mobile hat gerade seine SuperBroadband-Dienstleistung angekündigt – ein 5G Fixed Wireless Access (FWA), das rund um die Uhr verfügbar sein soll und auf Starlink als Backup-Konnektivität über den Himmel hinweg setzt, falls das Mobilfunknetz ausfällt.

„5G und Starlink arbeiten zusammen, um Organisationen durch fast alle Ausfälle und Störungen online zu halten“, erklärt T-Mobile in einer Pressemitteilung. Die SuperBroadband-Dienste werden bereits bei Unternehmen in den Bereichen Gastronomie, Einzelhandel, Gesundheitswesen und Öl & Gas angeboten. Das Unternehmen versichert, dass der SuperBroadband-Bereich jeden Geschäftsstandort in den USA abdeckt. Cable ist dabei keine Option – T-Mobile konzentriert sich auf den Angriff auf etablierte Anbieter in den Bereichen Fiber und FWA.

Gopalan hat die Idee einer MVNO-Partnerschaft mit SpaceX weiterhin als zweifelhaft eingeschätzt. Die Frage sei, ob das Konzept den Kriterien für einen Marktanteilsgewinn entspricht. Die Präsentation der SuperBroadband-Dienste und die anhaltenden Spekulationen über eine T-Mobile-Starlink-MVNO deuten jedoch darauf hin, dass T-Mobile die Situation neu bewertet – und möglicherweise bereit ist, Kompromisse einzugehen, um seine strategischen Ziele zu erreichen.

Die Kombination von T-Mobile mit Deutsche Telekom würde das wertvollste Telekommunikationsunternehmen der Welt hervorbringen. T-Mobiles CEO betont, dass der D2C-Dienst, der in Gebiete gelangt, in denen kein Mobilfunkempfang verfügbar ist, eine Kategorie neu definiert hat. Die Investition in die Technologie zahlt sich aus, auch wenn die erwartete Nutzung des T-Satelliten bislang hinter den Erwartungen zurückbleibt. T-Mobile will sich weiterhin auf den Angriff auf etablierte Wettbewerber konzentrieren, anstatt selbst ein solcher zu werden. Die Allianz mit Starlink scheint ein wichtiger Schritt in diese Richtung zu sein – ein Schachzug, der die Branche auf Trab bringen dürfte.