T-mobile: warum der nettozuwachs plötzlich geheim ist – und was dahintersteckt

Ein unerwarteter Schachzug von T-Mobile sorgt für Stirnrunzeln in der Branche: Der Mobilfunkanbieter stellt ab sofort die Zahlen zum Nettozuwachs von Postpaid-Kunden in seinen Quartalsberichten nicht mehr dar. Eine Entscheidung, die viele Fragen aufwirft und möglicherweise mehr verbirgt, als sie zugibt.

Der vermeintliche grund: fokus auf accounts, nicht auf lines

Offiziell begründet T-Mobile den Schritt mit dem Wunsch, den Fokus von der reinen Anzahl der SIM-Karten (Lines) auf die Anzahl der Kundenkonten (Accounts) zu verlagern. Ein Familienvertrag mit vier SIM-Karten zählt demnach nur noch als ein Account. Angesichts der wachsenden Bedeutung von 5G Home Internet und Glasfaserangeboten, die Kunden unter einem einzigen Account bündeln, erscheint die Umstellung auf die Messung von Accounts plausibel. Die Kennzahl „Postpaid Net Account Adds“ soll künftig das Wachstum besser widerspiegeln.

Doch warum dann dieser Schritt? Das ist die Frage, die viele Analysten beschäftigt. Denn T-Mobile war in der Vergangenheit stets führend bei den Nettozuwächsen im Postpaid-Bereich. Warum nun die Transparenz aufgeben? Die Erklärung klingt nach einer PR-Meldung: Man wolle sich auf das Wesentliche konzentrieren, weg von der reinen Zahlenjagd.

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Die Wahrheit könnte jedoch eine andere sein. Beobachter sehen Parallelen zu Apple, das 2018 die Angabe der Verkaufszahlen für iPhone, iPad und Mac eingestellt hat. Und wie bei Apple könnte auch bei T-Mobile ein tieferliegendes Problem vorliegen. Der Umstieg auf die T-Life-App als zentrale Drehscheibe für alle Transaktionen ist alles andere als reibungslos. Kunden berichten von Frustrationen und Problemen, während gleichzeitig Filialen geschlossen und Mitarbeiter entlassen werden. Eine Entwicklung, die dem Wettbewerb – insbesondere Verizon – neuen Auftrieb verschafft. Der neue „Customer-First“-Ansatz von Verizon setzt T-Mobile unter Druck, wie lange nicht mehr.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Nach einem Höchststand von 272,83 US-Dollar im März 2024 sank der Kurs der T-Mobile-Aktie auf ein 52-Wochen-Tief von 181,36 US-Dollar. Zwar gab es eine Erholung auf 221,57 US-Dollar am vergangenen Freitag, aber die Marktkapitalisierung ist um 43,67 US-Dollar oder 16,5 % gesunken. Ein deutliches Zeichen dafür, dass die Anleger skeptisch sind.

Analysten im unklaren: wie wird man das wachstum nun messen?

Die Entscheidung von T-Mobile erschwert es Analysten erheblich, die Performance des Unternehmens im Vergleich zu AT&T und Verizon zu beurteilen. Beide Konkurrenten werden weiterhin ihre Postpaid-Nettozuwächse veröffentlichen. Es besteht die Gefahr, dass einige Analysten ihre Bewertung von T-Mobile herabsetzen oder den Zuzug von neuen Kunden sogar ganz einstellen. Bis sich die Märkte an die neue Situation gewöhnt haben, könnte es einige Quartale dauern.

Der erste Quartalsbericht ohne Angabe der Postpaid-Nettozuwächse wird am 23. April 2026 erwartet. Der letzte Bericht, der diese Kennzahl enthielt, wurde am 11. Februar bekannt gegeben. Die Frage ist: Kann T-Mobile ohne diese wichtige Information das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen? Die kommenden Monate werden es zeigen.