Automatisierung erfasst e-mail-kommunikation – menschliche interaktion schwindet
Eine erschreckende Zahl: Nur 13 Prozent der weltweit versendeten E-Mails werden tatsächlich von Menschen geschrieben. Ein Bericht von Hostinger zeigt, wie die Automatisierung die E-Mail-Kommunikation zunehmend dominiert, mit weitreichenden Folgen für Unternehmen.

E-mail-flut: 97 % automatisiert – und viele nachrichten landen gar nicht im posteingang
Die Studie analysierte eine Milliarde E-Mails über einen Monat. Das Ergebnis: 56 Prozent der Nachrichten werden als verdächtig eingestuft und blockiert – oft aufgrund von Phishing, Malware oder fehlerhaften Domain-Einstellungen. „Die E-Mail hat sich still und heimlich zu einer Infrastruktur entwickelt, deren Traffic größtenteils automatisiert ist“, kommentiert Edgaras Lukosevicius, Engineering Manager bei Hostinger.
Von den 44 Prozent der E-Mails, die die Sicherheitsfilter passieren, stammen 22 Prozent von Unternehmens- und SaaS-Anbietern, 20 Prozent von privaten E-Mail-Anbietern, 16 Prozent von Marketing- und Newsletter-Plattformen und 15 Prozent von sozialen Netzwerken. Nur 10 Prozent kommen von Low-Volume-Sendern. Die verbleibenden 17 Prozent sind auf Bereiche wie E-Commerce, Finanzdienstleistungen, Medien, Jobangebote und Reisen verteilt.
Phishing und Malware sind die Hauptverursacher von Blockierungen – sie machen 34 Prozent aus. Marketing-Spam ist mit 22 Prozent ebenfalls ein großer Faktor. Fehlerhafte Domain-Konfigurationen führen zu 11 Prozent der abgelehnten Nachrichten.
Für Unternehmen bedeutet diese Entwicklung eine große Herausforderung. Die Zustellbarkeit leidet, und traditionelle Metriken wie Klicks verlieren an Aussagekraft. „Nutzer werden zunehmend genervt von einem ständigen Strom an Benachrichtigungen und Werbeangeboten“, so Lukosevicius. Die eigentliche Frage ist nicht mehr, ob eine E-Mail geöffnet wird, sondern ob der Empfänger sie überhaupt noch erhalten möchte.
Die Reputation des Absenders spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle. 34 Prozent der abgelehnten E-Mails werden aufgrund einer schlechten Reputation verworfen. Die Nutzerinteraktion verliert an Bedeutung. Unternehmen optimieren weiterhin Metriken, die die Realität der E-Mail-Kommunikation nicht mehr widerspiegeln. Die Daten zeigen: Die Automatisierung hat die E-Mail-Landschaft grundlegend verändert – und die menschliche Note wird immer seltener.
Die Konsequenz? Eine Verschiebung hin zu personalisierten, relevanten Nachrichten, die den Bedürfnissen der Nutzer entsprechen – und eine kritische Auseinandersetzung mit dem derzeitigen, oft überfrachteten E-Mail-Verkehr.
