Bytedance stoppt ki-video-tool seedance 2.0 – us-filmindustrie setzt zeichen

bytedance hat die weltweite Einführung seines KI-gesteuerten Videoproduktionswerkzeugs Seedance 2.0 abrupt gestoppt. Der Schritt kommt als Reaktion auf heftige Kritik und rechtliche Warnungen der US-amerikanischen Filmindustrie, die vor unzulässiger Nutzung urheberrechtlich geschützten Materials warnt.

Seedance 2.0: ki-video-revolution scheitert an urheberrechtsstreitigkeiten

Seedance 2.0: ki-video-revolution scheitert an urheberrechtsstreitigkeiten

Der chinesische Tech-Riese hatte Seedance 2.0 bereits im Februar in China vorgestellt. Das System zeichnete sich durch eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorgänger aus: Es lieferte professionelle Ergebnisse mit hochrealistischen visuellen Effekten und Stereo-Doppelkanalton. Besonders hervorzuheben ist die multimodale Eingabe, die es ermöglicht, Texte, bis zu neun Bilder, drei Video-Clips und drei Audio-Clips gleichzeitig zu nutzen und Anweisungen in natürlicher Sprache zu formulieren – und so Filme auf Industrieniveau zu erstellen.

Doch diese Fähigkeiten lösten schnell Empörung aus. Der Regisseur Ruairi Robinson, bekannt für Filme wie „Die Stille Stadt“ und „BlinkyTM“, teilte ein Video, in dem Tom Cruise und Brad Pitt auf atemberaubende Weise auf dem Dach eines zerfallenen Gebäudes kämpfen – eine Qualität, die an professionelle Filmaufnahmen erinnerte. Dies war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.

Die Motion Picture Association (MPA), zu der namhafte Studios wie Netflix, Paramount Pictures und Prime Video gehören, forderte den Stopp des Dienstes. Disney sandte bytedance eine formelle Abmahnung, in der die unautorisierte Nutzung ihrer Werke zur Entwicklung und zum Training des Modells kritisiert wurde. Auch der Schauspieler-Gewerkschaft SAG-AFTRA verurteilte Seedance 2.0 als „klaren Verstoß“ gegen Urheberrechte.

Zuvor hatte die MPA bereits nach der Einführung in China Bedenken geäußert und darauf hingewiesen, dass bytedance durch das Anbieten eines Dienstes ohne ausreichende Schutzmechanismen gegen Urheberrechtsverletzungen die Gesetze missachte. Das Unternehmen hatte damals versprochen, seine Sicherheitsvorkehrungen zu verstärken.

Die aktuelle Suspendierung bedeutet einen Rückschlag für die globalen Ambitionen von bytedance. Die Firma hatte mit Seedance 2.0 einen großen Schritt in Richtung der KI-gestützten Videoproduktion machen wollen. Die Entscheidung, den Launch weltweit zu stoppen, wurde von einem Insider gegenüber The Information bestätigt, ohne dass die genauen Gründe genannt wurden. Es ist jedoch klar, dass die Besorgnis der Filmindustrie eine entscheidende Rolle gespielt hat.

Die Nachricht von der Einstellung von Seedance 2.0 ist ein deutliches Signal. Die KI-Revolution in der Filmindustrie wird nicht ohne Widerstand erfolgen. Die Frage ist nicht, ob KI die Filmproduktion verändern wird, sondern wie die Rechte der Urheber in dieser neuen Ära geschützt werden können.

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