Iranischer konflikt zwingt tanker umzurouten – europa bangt vor diesel-engpässen

Die Auswirkungen des Krieges im Iran verschärfen die globale Energiekrise. Vier Tanker mit Diesel, die auf Europa zusteuerten, haben ihre Routen geändert. Dies befeuert die Befürchtungen vor Engpässen und steigenden Preisen für den wichtigen Treibstoff.

Routenänderungen und geopolitische auswirkungen

Routenänderungen und geopolitische auswirkungen

Die Schiffe Aliai, Minerva Vaso, Grand Ace6 und Elka Delphi verließen die USA mit dem Ziel Europa. Der Aliai sollte Gibraltar ansteuern, die anderen drei Amsterdam. Insgesamt waren 1,2 Millionen Barrel Diesel an Bord. Nun wenden sich die Schiffe ab: Der Grand Ace6 fährt nach Togo in Westafrika, die anderen drei in Richtung Südostasien.

Der Konflikt um den Schiffsdurchgang Hormus hat eine weltweite Energiekrise ausgelöst. Während Asien besonders stark betroffen ist, sehen einige Experten Europa derzeit noch gut aufgestellt, da genügend Rohöl vorhanden ist. Philip Jones-Lux, Senior Petroleum Analyst, betont, dass Asien aktuell dringlicher ist, da dort die Preise deutlich höher sind als in Europa.

Mick Strautmann von Vortexa erklärt, dass die hohen Preise in Asien die Hauptursache für die Routenänderungen sind. Während Europa und Großbritannien, wichtige Dieselimporteure, ihre Lieferungen von Indien nun verstärkt nach Asien lenken, befinden sich viele weitere Diesel-Frachten weiterhin auf dem Weg.

Die Freisetzung von Ölreserven durch die Internationale Energieagentur (IEA) soll kurzfristig den Druck auf die Versorgung etwas lindern. Doch eine längere Unterbrechung wichtiger Häfen wie Primorsk am Ostsee könnte die weltweite Angebotssituation stark beeinflussen.

Die Situation ist volatil. Die Versorgungslage in Europa ist zwar aktuell nicht kritisch, aber die Abhängigkeit von bestimmten Lieferanten und die geopolitische Lage machen die Zukunft ungewiss.