Linux 7.1: endgültige reinigung und ntfs-revolution
Linus Torvalds hat die erste Kandidatenversion 7.1-rc1 für linux 7.1 veröffentlicht – und sie ist bemerkenswert. Nach einer chaotischen Release-Candidate-Phase konzentriert sich die neue Version auf eine aggressive Optimierung des Kernels.
Der abschied von i486 – ein notwendiges übel
Ein entscheidender Schritt ist der endgültige Verzicht auf die Unterstützung für Prozessoren der i486-Architektur. Diese Chips, die vor über drei Jahrzehnten von Intel auf den Markt kamen und 2007 aus der Produktion genommen wurden, sind in modernen Systemen eine unnötige Belastung. Die Entfernung dieser Legacy-Unterstützung reduziert den Kernel um rund 14.104 Codezeilen und entlastet über 80 Dateien. Es ist eine gerechte und notwendige Säuberung, wie Torvalds betont. AMD, Cyrix und IBM – alles Hersteller dieser veralteten Generation – werden von der neuen Version ausgeschlossen.

Ntfs-umbau: die geschwindigkeit der zukunft
Doch die Veränderungen gehen weit über den Entfernung von veralteter Hardware hinaus. Ein maßgeblicher Fokus liegt auf der Verbesserung der Dateizugriffszeiten zwischen linux und Windows. Die bisherige NTFS-3G-Lösung, die außerhalb des Kerns lief, war notorisch langsam. Die Nachfolger, NTFS3, war zwar schneller, litt aber unter mangelnder Wartung. Jetzt kommt NTFS, ein neuer Treiber, der direkt in den Kernel integriert ist und eine Performance-Revolution verspricht.

Namjae jeon – der architekt der geschwindigkeit
Der umsetzung erfolgte durch Namjae Jeon, den gleichen Entwickler, der den exFAT-Support für linux brachte. Die ersten Tests zeigen eine deutliche Verbesserung – bis zu einer Verdoppelung der Schreibgeschwindigkeit in anspruchsvollen Szenarien. Das ist ein signifikanter Fortschritt, der die Arbeit mit Windows-Dateisystemen unter linux erheblich vereinfacht. Ein deutlicher Qualitätskeller für den Betriebssystem-Kern.

Pcmcia: ein relikt der vergangenheit
Neben dem NTFS-Umbau werden auch veraltete PCMCIA-Treiber entfernt. Diese Schnittstelle ist seit rund 20 Jahren nahezu vollständig obsolet und wird von den meisten Entwicklern als unnötig betrachtet. Die Eliminierung dieser Treiber trägt zur weiteren Optimierung des Kernels bei.
Ubuntu 26.04 LTS Resolute Raccoon ist bereits mit dem neuen Kernel und Gnome 50 verfügbar. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie sich die Leistung der neuen NTFS-Implementierung im Alltag bewährt. Die linux-Community kann auf eine deutliche Verbesserung der Dateizugriffszeiten hoffen – und die Zukunft des Betriebssystems sieht wieder etwas klarer aus.
