Ölpreise fallen, märkte reagieren: iran-deal-hoffnungen befeuern rallye
Die Energiemärkte erleben einen bemerkenswerten Aufschwung. Nach drei Monaten Spannungen rund um den Iran-deal steigen die Kurse für Öl und Erdgas deutlich an, während die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung die Anleger ermutigt. Das Potenzial für eine neue Blockade des Estrands von Hormuz, einer Schlüsselroute für den globalen Energiefluss, treibt die Kurse an.
Trump‘s optimismus als katalysator?
US-Präsident Donald Trump deutete am Sonntag auf, dass die Gespräche mit dem Iran weiterhin Fortschritte machen und ein „Grundlagenabkommen“ in Sicht sei. Dieser Einschätzung zufolge könnte die Öffnung des Estrands von Hormuz, der vor dem Konflikt rund ein Viertel des weltweiten Öl- und Gasimports transportierte, bald Realität werden. Allerdings gibt es Widerstände – insbesondere von Israel und Teilen der konservativen US-Politik. Die ‘Wunsch’ Trumps, die Situation zu lösen, scheint jedoch ein entscheidender Faktor zu sein, um die verbleibenden Hürden zu überwinden.
‘Es ist das Schwierigste, dass das Abkommen von allen Parteien unterzeichnet werden muss,’ kommentiert Juan J. Fernández-Figares von Link Gestion. ‘Und im Moment fehlt es noch an der Zustimmung einiger wichtiger Akteure, vor allem Israel und ein Teil der Republikaner. Trotzdem glaube ich, dass Trumps ‘Drang’ nach einer Lösung, seine ‘Notwendigkeit’ des Abkommens, diesen Weg ebnen wird – auch wenn die öffentliche Darstellung des Erfolgs für sein Land eine enorme Herausforderung darstellen dürfte.’

Börsen reagieren mit zuversicht
Die Börsen weltweit spüren die positiven Nachrichten. Der DAX in Deutschland stieg am Montagmorgen um 1,0 Prozent, der IBEX 35 in Spanien um 1,6 Prozent. Auch die Futures-Kurse an den Wall Street-Märkten zeigen einen deutlichen Aufwärtstrend – der Nasdaq um 0,9 Prozent und der S&P 500 um 1,3 Prozent. Der Rückgang der Ölpreise, insbesondere des Brent-Öls um 5 Prozent, trägt maßgeblich zu diesem optimistischen Klima bei. Auch die europäischen Erdgaspreise sind leicht gesunken, aktuell notiert man hier bei rund 46 Euro pro Megawattstunde.

Bonitäten stabil trotz unsicherheit
Trotz der anhaltenden geopolitischen Unsicherheit bleiben die Renditen von Staatsanleihen in den USA, Deutschland und Spanien stabil. Die Renditen liegen aktuell bei 4,56 Prozent (USA), 2,97 Prozent (Deutschland) und 3,4 Prozent (Spanien). Die Anleger scheinen die Aussichten auf eine Deeskalation des Konflikts zu schätzen, was sich in der Gelassenheit der Anleihemärkte widerspiegelt – zumindest vorerst.
