Rust spurtet neues leben in linux

Greg Kroah-Hartman hat Linux für über zwei Jahrzehnte als Maintainer des Stabilen Kernels betreut. In dieser Zeit hat er oft genug feststellen müssen, dass kleine Fehler leicht zu großen Schwachstellen werden können. Deshalb hat er sich lange gegen den Einsatz von Rust gewehrt, einem Programmiersprache, die sich speziell auf Sicherheit und Fehlervermeidung konzentriert.

Rust als retter im east?

Nach anfänglichem Misstrauen hat Kroah-Hartman nun Rust für sich entdeckt und kommt zu dem Schluss, dass es sehr hilfreich sein könnte, um die Zahl der Schwachstellen im Linux-Kernel zu reduzieren. Denn Rust übernimmt viele Routineaufgaben, die ein Entwickler sonst manuell erledigen müsste, wie zum Beispiel die Überprüfung von Punktern und die Freigabe von Ressourcen.

Das bedeutet, dass Entwickler von Linux-Komponenten mehr Zeit für die Lösung von tief greifenden Problemen und weniger für die Suche nach und Lösung von simplen, jedoch potenziell schädlichen Fehlern haben. Rust kann dabei helfen, einen Großteil der heute auftretenden Schwachstellen zu vermeiden.

Kroah-Hartman schätzt, dass Rust etwa 80 Prozent der in den letzten 25 Jahren erfassten Schwachstellen verhindert hätte. Der Rest wären logische Fehler gewesen, die manchmal auch bei Rust auftreten können. Dennoch sieht er in dem Sprache die Möglichkeit, den Entwicklern des Kernels viel mehr Zeit und Energie zu sparen.

Rust in linux: die zukunft beginnt

Rust in linux: die zukunft beginnt

Zwar wird Rust nicht über Nacht zum Standard für Linux-entwicklung, aber es gibt erste Anzeichen, dass das Sprache mehr Fuß im Kernel fangen wird. Einige Subsysteme werden künftig nur noch neue Controller akzeptieren, wenn diese in Rust geschrieben sind. Kroah-Hartman hofft, dass Rust langfristig auch für ältere, bestehende Teile des Kernels verwendet werden kann.

Ein Beispiel dafür, wie sich die Rolle von Rust im Linux-Ökosystem entwickelt, ist der Binder, ein System, das Prozesse von Android-Geräten verbindet. Der Binder existiert sowohl in C als auch in Rust, aber Kroah-Hartman vermutet, dass die C-Version im Laufe der Zeit verschwinden könnte, während die Rust-Version die Zukunft des Binders bestimmen wird.

Obwohl Rust noch nicht allgegenwärtig im Linux-Kernel ist, hat es dennoch bereits seine Wirkung gezeigt. Und wenn Kroah-Hartman sich von Rust überzeugt hat, dann ist das ein gutes Zeichen für die Zukunft des Sprache im größten Open-Source-Projekt der Welt.