Verizon: teureres, aber weniger kunden? die kehrseite des erfolgs

Dan Schulman präsentiert ein zweifelhaftes Comeback für Verizon. Die Zahlen für das zweite Quartal scheinen auf den ersten Blick positiv zu sein: Mobilitäts- und Breitbandumsätze sind um 2,8 % gestiegen, und es wurden 184.000 neue Postpaid-Kunden gewonnen – ein Rekord seit fünf Jahren. Doch hinter der Fassade verbirgt sich eine beunruhigende Strategie: Verizon klammert sich krampfhaft an Kostenschneiderei, während gleichzeitig die Kundenbasis schrumpft.

Der preis für vermeintlichen erfolg

Die 550.000 zusätzlichen Mobilfunk- und Breitbandabonnenten – ein Anstieg von 230.000 im Vergleich zum Vorjahr – sind weniger beeindruckend, wenn man bedenkt, dass die Umsätze insgesamt um 0,7 % zurückgingen. Der Grund? Ein massiver Einbruch im Equipment-Bereich von 1,2 Milliarden Dollar, verursacht durch die Verlängerung der Geräte-Lebensdauer und die Reduzierung von Gerätetuschungen. Schulmans Modell basiert auf der systematischen Abschraubung von Wert für die Kunden, um kurzfristig Profit zu generieren.

Die neuen Angebote wie ‘Simplicity’ und ‘One’ sollen zwar langfristig Kunden binden, doch die Basis dafür bildet ein harter Discount auf Geräte und die Abschaffung von Flagship-Stores. Das ist keine Kundenorientierung, sondern eine reine Kostenkontrolle.

Die wahrheit hinter den zahlen

Die wahrheit hinter den zahlen

Analyst Walter Piecyk sieht die Verbesserungen vor allem im Ergebnis von Kostenkürzungen. Während Verizon “disziplinierte operative Abläufe” und “verbesserte Wirtschaftlichkeit” hervorhebt, dürften die Kernumsatzzahlen gelitten haben. Die Konkurrenz, insbesondere T-Mobile, profitiert von attraktiveren Angeboten, beispielsweise bei neuen Smartphones wie den Samsung Foldern – ein klarer Hinweis darauf, dass Verizon seinen Wettbewerbsvorteil verliert. T-Mobile ist nicht nur schneller, sondern bietet auch attraktivere Preismodelle.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Verizon muss sich fragen, ob seine kurzfristigen Erfolge auf kosten der langfristigen Kundenbindung gehen.

Fazit: ein teurer triumph

Fazit: ein teurer triumph

Das Unternehmen plant, im oberen halben Bereich der 750.000 bis 1 Million Postpaid-Telefonabonnenten zu landen – eine Steigerung von 2 bis 3 Mal im Vergleich zu 2025. Aber das ist nur eine Zahl. Es ist eine Zahl, die das Ergebnis einer Strategie ist, die Kunden immer mehr kostet.