Erde verlangsamt sich: klimawandel beeinflusst rotation – folgen für gps und finanzen

Die Erde dreht sich langsamer. Eine beunruhigende Entdeckung von Wissenschaftlern der NASA, ESA und IERS zeigt, dass sich die Rotation unseres Planeten beschleunigt hat – bis jetzt. Die Tage werden länger, und die Auswirkungen auf unser Leben sind bereits spürbar.

Erdrotation verlangsamt sich: klimawandel als hauptursache

Erdrotation verlangsamt sich: klimawandel als hauptursache

Seit Millionen von Jahren unterliegt die Erde Veränderungen. Die Kollision von Theia mit der jungen Erde schuf den Mond, doch jetzt vollzieht sich ein Prozess, der in der unmittelbaren Wahrnehmung kaum bemerkbar ist, aber gravierende Folgen hat: Die Erdrotation verlangsamt sich.

Die NASA veröffentlichte 2024 eine Studie, die den Zusammenhang zwischen Klimawandel und der veränderten Erdrotation verdeutlicht. Forscher der Universität Wien und ETH Zürich warnen, dass dieser Trend eine Bedrohung für die gravitative Einflusssphäre des Mondes darstellt. Über 120 Jahre an Daten zeigten, dass das Abschmelzen der Polkappen, der Rückgang des Grundwasserspiegels und der steigende Meeresspiegel das Rotationsachse des Planeten verschieben und die Tage verlängern.

Schätzungen zufolge verlängert sich jeder Tag um 1,33 Millisekunden pro 100 Jahre. Für das Ende des 21. Jahrhunderts könnten diese natürlichen Schwankungen überschritten sein, was zu einer Veränderung der Zeitdefinition führen würde. Analysen von Fossilien von Foraminiferen, winzigen Meeresorganismen, lieferten den Beweis: Die aktuelle Verlangsamung ist die schnellste seit 3,6 Millionen Jahren.

Der Anstieg der globalen Temperaturen führt dazu, dass die Eisflächen schmelzen und das Wasser sich stärker zum Äquator hin verteilt. Um sich zu stabilisieren, verlangsamt sich die Erdrotation. Man könnte es mit einem Skifahrer vergleichen, der seine Arme ausstreckt, um die Geschwindigkeit zu reduzieren.

Die Auswirkungen sind bereits spürbar. Navigationssysteme wie GPS und Galileo sind betroffen, ebenso wie die Raumfahrt und globale Finanznetzwerke. Benedikt Soja betont, dass diese Entdeckung eine greifbare Bestätigung dafür ist, wie die menschliche Aktivität die physikalische Dynamik der Erde verändert.

Während die Veränderung im Alltag kaum wahrnehmbar ist, wirkt sie sich bereits negativ aus und wird zukünftige Generationen stärker betreffen. Das Erdmittelkern könnte bis zu 45 Mal mehr Wasserstoff enthalten als die Ozeane zusammen. Eine Realität, die die Grenzen unseres Verständnisses herausfordert.

Die Verlangsamung der Erdrotation ist kein abstraktes wissenschaftliches Problem, sondern eine direkte Folge menschlichen Handelns. Ein Mahnmal dafür, dass selbst scheinbar unbedeutende Veränderungen weitreichende Konsequenzen haben können – und dass die Zeit drängt, um wirksame Gegenmaßnahmen zu ergreifen.